Susanne Schunter-Kleemann beschreibt in «EG-Binnenmarkt - EuroPatriarchat oder Aufbruch der Frauen?» (1990) die Politik der EG wie folgt: «Die Frau soll endlich die abgeschirmte Lebenswelt des Privaten hinter sich lassen, im freien Wettbewerb mit dem Mann ihre Kräfte messen.» Bei Wettbewerben gibt es bekanntlich nicht nur Gewinner, sondern eben auch Verliererinnen - vor allem wenn die Startbedingungen nicht für alle dieselben sind. Die Aufsatzsammlung zur Stellung der Frau in der EG lässt keine Eu(ro)phorie aufkommen. Für die Zukunft hat Susanne Schunter-Kleemann im Europa-Magazin 3/95 oder im Widerspruch (Nr. 29 zur Europafrage) ein eher düsteres Szenario gezeichnet: «Bilanzierend ist festzuhalten, dass die bisherige EG-Gleichbehandlungsgesetzgebung keineswegs - wie behauptet wird - ein kohärentes Massnahmebündel darstellt. Der immer wieder formulierte Anspruch, dass mit den fünf Gleichbehandlungs-Richtlinien ein geschlossenes Programm zum Schutz der EG-Arbeitsnehmerinnen auf den Weg gebracht worden sei, ist nicht zu halten.» EM 3/95.
Susanne Schunter-Kleemann, EG-Binnenmarkt - EuroPatriarchat oder Aufbruch der Frauen?
