Das Handbuch der europäischen Integration setzt sich zum Ziel, die EU transparenter zu machen. Damit soll die "Einbindung" der Bevölkerung in den Integrationsprozess verstärkt werden. Trotz dieser Zielrichtung ist das Buch von beachtlichem informativem Wert. Nach der etwas propagandistischen Einführung mit sinnleeren Floskeln wie "Europa wird europäisch sein oder es wird nicht sein" (J. Delors) werden durchaus Fakten und sachliche Analysen geliefert. Man will keine Hofberichterstattung produzieren. Die Autoren sind universitäre Wissenschaftler oder "Eurokraten" (Wortwahl der Herausgeber!). In einem ersten Teil werden die Grundlagen und die Organisation der EU-Institutionen dargelegt. Dazu wird zu jedem Themenbereich oder zu jeder Institution ein detaillierter Artikel geliefert (Kommission, Rat, EU-Parlament, Wirtschafts- und Sozialaussschuss, Gerichtshof, Haushalt, EU-Beamte, usw.).
Im zweiten Teil werden der Binnenmarkt und dessen Grundfreiheiten, die WWU und die Zollunion ausführlich behandelt. Teil III ist der Aussenpolitik gewidmet. Detaillierte, gut strukturierte Artikel analysieren die Beziehungen der EU zum EWR (EFTA), zu Gatt/WTO, zu den USA, zu Ostasien und zur Dritten Welt. Die gemeinsame Handelspolitik wird ebenfalls vorgestellt. In einem vierten Teil werden spezielle Politikbereiche analysiert: Wettbewerbspolitik, Öffentliches Auftragswesen, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, Regionalpolitik, Agrarpolitik, Fischerei, Umwelt, Verkehr, Energie, Konsumentenpolitik, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Steuern, Bildung und Kultur. Das 1150 Seiten starke Buch ist somit unverzichtbares Nachschlagewerk für alle, die sich mit professionell oder halbprofessionell mit der EU beschäftigen.
Röttinger/Weykringer (Hrsg.) Handbuch der europäischen Integration, 2. Auflage, Stämpfli, Bern, 1996. (Preis: 250 Fr.)
