Der Fisch stinkt vom Kopf her
Im Dezember 2014 haben die für Fischerei zuständigen MinisterInnen der 28 EU-Mitgliedstaaten neue Fangquoten für Fischbestände im Nordostatlantik festgelegt und die Fortsetzung der Überfischung beschlossen.
Die EU-Kommission hatte bereits im Oktober Fanggrenzen vorgeschlagen die größtenteils den vorliegenden wissenschaftlichen Empfehlungen und der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) entsprachen. Die europäischen FischereiministerInnen haben nun die zulässigen Gesamtfangmengen für 2015 im Nordostatlantik und angrenzenden Gewässern beschlossen. In mehr als der Hälfte der Nordsee-Fischbestände liegen die Fangmengen über den wissenschaftlichen Empfehlungen. Für den europäischen Umwelt- und Fischereikommissar Karmenu Vella ist die Einigung dennoch ein gutes Ergebnis. Es zeige, dass eine schonende Bewirtschaftung der Fischbestände mittlerweile breit akzeptiert sei.
Uta Bellion, Direktorin des Europäischen Meeresprogramms der Pew Charitable Trusts, fordert Karmenu Vella auf, als Hüter der reformierten GFP sein Bestmögliches zu tun, die Überfischung innerhalb der vereinbarten Fristen zu beenden. Auch Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF, ist empört: "Das Nachhaltigkeitsziel wurde über Bord geworfen. Mit diesem blamablen Verhandlungsergebnis legen die Minister das Messer ans Herz der Reform."
Es ist die erste Einigung nach der Reform der EU-Fischereipolitik. Die Reform sieht vor, die Überfischung aller Fischbestände bis spätestens 2020 zu beenden. Umwelt aktuell, Februar 2015, S. 26
