Kurzinfos November 2022

In Reaktion auf die steigenden Preise für Düngemittel hat die EU-Kommission Maßnahmen und Leitlinien formuliert, um Düngemittelproduktion und Landwirtschaft zu stärken. Teil der Maßnahmen ist ein Vorschlag, Düngemittelproduzenten finanziell zu unterstützen. Umweltverbände reagierten enttäuscht.

Die Mitteilung der EU-Kommission ist ein Bündel von verschiedenen Maßnahmen und Leitlinien mit dem Ziel, Düngemittel "erschwinglich" zu halten. Hintergrund ist der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Preisanstieg bei Gas und Rohstoffen, der auch die Produktion von Düngemitteln um mehr als das Doppelte verteuert hat. Für die kurzfristige Unterstützung der Düngemittelproduzenten sollen die Mitgliedstaaten diesen finanziell unter die Arme greifen können. Das Geld soll aus verschiedenen EU-Töpfen stammen. Im Falle einer Gasrationierung sollen die Staaten die Möglichkeit haben, den Düngemittelherstellern vollständigen Zugang zur restlichen Gasmenge zu gewähren. Weitere Teile der Strategie sind ein teilweiser Umstieg von mineralischen auf organischen Dünger, verbesserte Markttranzparenz und die weitere Unterstützung von Entwicklungsländern.

Umweltverbände reagieren enttäuscht: Die Unterstützung von Düngemittelproduzenten untergrabe die Ziele des europäischen Green Deals und unterstützten unnötiger Weise den weiterhin viel zu hohen Einsatz von bodenverseuchenden Dünger. So kommentiert Célia Nyssens vom European Environmental Bureau: "Angesichts der laufenden COP 27 darf die EU den Interessen der Industrie nicht nachgeben, sondern muss eine Führungsrolle beim Klimaschutz übernehmen und ihr Engagement für den dringenden grünen Wandel bekräftigen." EU-News, 10. November 2022

Ernährungssicherheit: Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Düngemitteln (europa.eu) https://ec.europa.eu/­commission/­presscorner/­detail/­de/­ip_22_6564

Commission bends over backwards for fertiliser industry (eeb.org) https://eeb.org/­commission-bends-over-backwards-for-the-fertiliser-industry/­

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