«Milliardengrab Europa»

Die Publikation der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) ist der Umweltsituation in der EU gewidmet. Anhand des Haushaltsplans der EU für das Haushaltsjahr 1993 wird auf fünfzehn Seiten dargestellt, wofür die EU-Gelder gebraucht werden und welche Auswirkungen auf die Umwelt die Verwendung der Gelder hat. Insbesondere die diversen Strukturfonds, die der zwischenstaatlichen Solidarität dienen sollten und weniger der Umweltzerstörung, werfen ein ungünstiges Licht auf die EU-Politik. Es wird beschrieben, wie die EU von der Industrie als Selbstbedienungsladen genutzt wird.

Die Atomindustrie erhält durch den Forschungsetat der Kommission Geld, beispielsweise für das mehrjährige Programm TELEMAN, mit dem Ziel «der Kernindustrie dabei zu helfen, immer grössere Mengen radioaktiven Materials zu bewältigen, Komponenten von Reaktoren und anderen kerntechnischen Anlagen zu kontrollieren, auszutauschen und auszubauen». Über die gesamte EU-Umweltpolitik gibt "Milliardengrab" folgendes Urteil ab: «Die EG ist mehr als nur ihr Haushalt. Sie ist ein Zusammenschluss von (noch) 12 Staaten, denen Wirtschaftswachstum über alles geht. [...] Das 5. Umweltprogramm der EG, das einige gute Anregungen enthält, verblasst vor dem Hintergrund der real betriebenen Politik. Der «Geist von Rio» entpuppte sich bislang nur als papierenes Strohfeuer, er ist wieder in die Flasche zurückgekehrt. [...] Die Wirtschaft muss blühen, nicht die Umwelt. Der Haushaltsplan der EG leistet hierzu seinen Beitrag».

Euronatur, Milliardengrab Europa, Rheinach, 1995. Zu bestellen bei: Euronatur, Koblenzerstr. 9, D-55359 Rheinach, für DM 5.- Internationale Antwortscheine (bei jeder Poststelle erhältlich) der Bestellung beilegen.

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