Frauen, EU und die Schweiz - das Thema ist gerade auch in frauenpolitisch engagierten Kreisen immer wieder für kontroverse Diskussionen gut. Für EU-Optimistinnen ist klar, dass nur durch einen EU-Beitritt die jahrzentelangen, so wenig fruchtbaren Bemühungen um Gleichstellung in der Schweiz endliche Erfolge zeitigen können. Für EU-Pessimistinnen hingegen sind Anstrengungen und Erfolge auf supranationaler Ebene oft nur Makulatur, ausserstande, das System von Grund auf zu ändern. Die vorliegenden Beiträge spiegeln diese Gegensätze. Sie sollen erlauben, auf folgende Fragen Antworten zu finden: Sind Frauenrechte in der EU besser ausgebaut als in der Schweiz? Wie sieht es mit der Umsetzung dieser Rechte in der EU und in der Schweiz aus? Spielt die EU-Kommission tatsächlich die progressive Rolle, die ihr oft zugeschrieben wird, oder sind es vielmehr einzelne fortschrittliche Mitgliedstaaten, die Vorreiterrollen übernehmen und diese manchmal im Rat durchsetzen? Welches sind die Gewinnerinnen und die Verliererinnen der EU-Integration? Gibt es Ansätze, welche die Gleichstellung von Frauen und Männern nicht nur auf dem Papier, sondern in Beruf und Alltag umsetzen könnten?
Seraina Heitmann
