Die EU -Ombudsperson Emily O'Reilly hat in einem Mitte Februar 2018 erschienenen Untersuchungsbericht deutlich mehr Transparenz bei den Entscheidungsverfahren im Rat der EU eingefordert. Der Rat der EU ist die Vertretung der 28 EU-Mitgliedstaaten. Er teilt sich mit dem EU-Parlament das Haushaltsrecht sowie die gesetzgeberische Kompetenz im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren.
In erster Linie kritisiert O'Reilly, dass zu oft nicht öffentlich gemacht werde, welche Position welcher Mitgliedstaat im legislativen Prozess zu einem bestimmten Thema einnehme. Sowohl in den zahlreichen Arbeitsgruppen als auch auf Ausschussebene der Ständigen Vertreterinnen (COREPER) müsse der Rat größere Transparenz herstellen. Außerdem soll der Zugang zu Dokumenten verbessert werden, indem weniger Dokumente als ,,not for circulation" ("nicht für die Veröffentlichung") oder "limite" (begrenzt) erklärt werden. Sven Giegold, EU-Abgeordneter (Grüne/EFA), begrüßte die Inhalte des Untersuchungsberichts: "Es muss endlich mehr Licht ins Hinterzimmer des EU-Rats kommen. Die Intransparenz im Rat ist immer wieder Futter für EU -Gegner. Transparenz über Entscheidungsprozesse und Zugang zu mehr Dokumenten des Rats würde die europäische Demokratie deutlich stärken." Umwelt aktuell, März 2018, S. 26, https://www.ombudsman.europa.eu/press/release.faces/en/89685/html.bookmark
