Übersicht    Editorial  

Nach Stichwort suchen:

edito 2/98



Der Ratifizierung des Amsterdamer-Vertrages steht nach dem Ja in Irland und Dänemark kaum mehr etwas im Wege. Zwar wird im Herbst noch in Portugal eine konsultative Abstimmung zur EU-Integration stattfinden. Von ihr sind jedoch keine Hürden für Amsterdam zu erwarten. Damit steht Amsterdam, dieser weitere Schritt hin zu einem europäischen Bundesstaat, unabweisbar vor der Tür. Die Bedeutung des Amsterdamer-Vertrages wurde von den Euronationalen eher heruntergespielt. Er enthält aber durchaus bedeutende weitere Zentralisationsmomente, wie unser Dossier zeigt. Die Gegner eines europäischen Bundesstaates müssen deswegen aber noch keineswegs verzweifeln. Die Anti-Atombewegung wurde erst richtig stark, nachdem die Kraftwerke schon standen. Die Probleme mit der EU werden in den nächsten Jahre wachsen und entsprechender Opposition Nahrung bieten. Da wäre das neoliberale, monetaristische Euro-Projekt zu erwähnen, das den Konkurrenzkampf und entsprechende Betriebszuammenschlüsse fördern wird. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind bekannt. Die Folgen der Währungsunion werden sich mit den Auswirkungen der Osterweiterung zu einem starken Gebräu verdichten: die Osterweiterung bedingt nämlich eine Reorganisation der Agrarpolitik und der Strukturfonds, wie sie in der Agenda 2000 angesprochen sind. Dadurch werden vermutlich Kreise in der heutigen EU verärgert, die bisher unmittelbar von der EU-Umverteilungsmaschine profitierten und deshalb das EU-Projekt unkritisch unterstützten. Es ist leicht vorauszusehen, dass die allgemeine Unzufriedenheit dadurch steigen wird. Wie sich das auswirken wird, ist allerdings schwer vorauszusagen. Wer hätte schon geglaubt, dass die Italiener mit soviel Enthusiasmus die Konvergenz-Rosskur schlucken würden. Aus vergangener, erstaunlicher Opferbereitschaft auf künftige zu schliessen, dürfte allerdings ebenfalls trügerisch sein.

Paul Ruppen

Weitere Texte zum Themenbereich:

2/2016
27.03.2017
edito 1/2016
16.02.2017
edito 2/2015
16.04.2016
edito 1/2015
09.11.2015
edito 2/2014
24.02.2015
edito 1/2014
24.02.2015
edito 2/2013
24.02.2015
edito 1/13
07.09.2013
edito 2/12
02.03.2013
edito 1/12
25.02.2013
edito 2/11
10.05.2012
edito 1/11
07.11.2011
edito 2/10
07.11.2011
edito 2/09
08.03.2010
edito 1/09
06.11.2009
edito 2/08
06.04.2009
edito 1/08
23.11.2008
edito 2/07
17.03.2008
edito 1/07
08.07.2007
edito 2/06
24.02.2007
edito 1/06
26.06.2006
edito 1/05
28.06.2005
edito 2/05
28.12.2005
edito 2/04
11.04.2005
edito 1/03
10.09.2004
edito 2/03
10.09.2004
edito 2/02
10.01.2003
edito 1/02
08.06.2002
edito 4/01
29.12.2001
edito 3/01
29.10.2001
edito 2/01
24.08.2001
edito 1/01
28.03.2001
edito 4/00
15.12.2000
edito 3/00
10.10.2000
edito 2/00
01.07.2000
edito 4/99
11.11.1999
edito 2/99
07.05.1999
edito 1/00
11.05.2000
edito 3/99
08.09.1999
edito 1/99
31.03.1999
edito 4/98
11.12.1998
edito 3/98
26.09.1998
edito 2/97
01.03.1997
edito 3/95
02.03.1995
edito 1/96
02.01.1996
edito 4/95
02.04.1995
edito 2/96
02.02.1996
edito 3/96
02.03.1996
edito 1/97
02.01.1997
edito 4/96
02.04.1996
edito 3/97
02.03.1997
edito 4/97
01.04.1997
edito 1/98
01.01.1998
edito 2/98
15.05.1998

ffdd.ch
Copyright 1996-2017 Forum für direkte Demokratie.
powered by zumbrunn.com, Chris Zumbrunn, Mont-Soleil, Switzerland.